Vollwertiges Frühstück im Kindergarten Engerhafe e.V.

Gesundes Essen und viel Bewegung –Zwei wichtige Stützpfeiler

Vor vielen Jahren hatte der Kindergarten bereits das tägliche Frühstück eingeführt, um
1) den Kindern ein abwechslungsreiches, gesundes Essen anzubieten,

2) die Selbständigkeit der Kinder zu fördern, indem sie sich z.B. das Brot selbst streichen und belegen, das Geschirr holen und wieder abräumen + in den Geschirrspüler stellen,

3) das Sozialverhalten zu fördern, indem sich die Kinder gegenseitig unterstützen, Tischmanieren erlernen,

4) die Sprache und das Wissen um bestimmte Lebensmittel zu fördern, indem oft Gerichte selbst zubereitet oder Herstellungsprozesse besprochen und nachempfunden wurden.
Der Wortschatz wurde durch die täglichen Wiederholungen am Tisch erweitert bzw. gefestigt. („Gibst du mir bitte die……“ / „Das Messer gehört in den Besteckkasten“ etc.)

 

Der im vergangenen Jahr hergestellte Kontakt zu der Ernährungs – und Gesundheitsberaterin Frau Sabine Conring, die sich bereit erklärte, einen Info – Abend zum Thema „Gesunde Ernährung“  zu gestalten, veränderte noch nachhaltig das Bewusstsein des Personals in Bezug auf gesunde Ernährung.

Seit August 2012 bietet der Kindergarten deshalb ein vollwertiges Frühstück an.

Das bedeutet:

-       Keine Fabrikzuckerarten

-       Keine Auszugsmehle

-       Keine Fabrikfette

-       Bevorzugen von pflanzlichen Lebensmitteln

-       Reichlich Rohkost

-       Möglichst gering verarbeitete Lebensmittel

-       Bevorzugter Einkauf aus ökologischem Anbau

-       Vermeiden von Zusatzstoffen

 

Die Umsetzung dieser Voraussetzungen schien dem pädagogischen Team anfangs gar nicht so einfach. Vom Einkauf bis zur Verarbeitung und Zubereitung der Speisen fand ein Umdenkungsprozess statt. Viele Schritte mussten neu bedacht, viele Handgriffe neu erlernt werden. Aber mit dem neuen Wissen nahm das Team die Herausforderung an.

 

Inzwischen haben Team, Kinder und Eltern des Kindergartens bereits über zwei Jahre Erfahrung mit dem Projekt „Vollwerternährung im Kindergarten“, mit dem sie sich auch für eine Projektförderung beim Landkreis beworben hatten.

Durch dessen finanzielle Unterstützung war es dem Kindergarten auch möglich, sich ein Gewächshaus anzuschaffen, in dem die Kinder erste Erfahrungen mit dem Pflanzen, der Pflege und dem Ernten von Gemüse sammeln können. Darüber hinaus wurden von dem Geld verschiedene Küchengeräte, Brotbackformen usw. angeschafft, die für die Umsetzung dieser Ernährungs -form erforderlich ist. So wird z.B. das Getreide im Kiga selbst gemahlen und von den Kindern und Erzieherinnen zum großen Teil auch selbst zu Brot oder Haferflocken und Frischkornbrei verarbeitet.

Anfängliche Bedenken mancher Kinder dem vollwertigen Brot gegenüber sind längst zerstreut und der Verzicht auf zuckerhaltige Produkte kann durch die Verwendung süßer Obstsorten und Honig gut ausgeglichen werden.

 

Die schönsten Erfahrungen und Beobachtungen, die der Kiga im Zusammenhang mit ihrer Ernährungsumstellung nennt:

 

-       „Nach anfänglichen Bedenken einiger Kinder schmeckt unser Essen jetzt ALLEN ! Aufgrund des reichhaltigen Angebotes ist immer für jeden etwas dabei.

-       Mit Vollkornprodukten in Brötchenform lassen sich auch die letzten Zweifler überzeugen.

-       Weil die Kinder sehr häufig in die Zubereitung des Brotes und der Aufstriche eingebunden sind, sind sie eher bereit, neue Speisen zu probieren. Die Zubereitung von Nahrungsmitteln steht bei den Kindern hoch im Kurs – das Essen auch!

-       Es kommt immer wieder vor, dass Kinder ihren Eltern von bestimmten Speisen vorschwärmen und diese dann nach den Rezepten fragen. Auf diese Weise findet die gesündere Ernährung auch den Weg in einige Familien, auch wenn er nur in ganz kleinen Schritten vollzogen wird.

-       Zwei Jahre Auseinandersetzung mit dem Thema reichen aus, um schon auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz zurückgreifen zu können. Das spart eine Menge Zeit, weil wir nicht mehr für jedes Brot oder jeden Aufstrich ein Rezept benötigen. Vieles klappt schon ohne Anleitung aus dem FF.“

 

Dennoch sind sich die Mitarbeiterinnen der Einrichtung durchaus der Tatsache bewusst, dass die langfristige Umsetzung eines solchen Projektes in Einrichtungen, deren räumliche Möglichkeiten begrenzt sind oder wo die personelle Aufstellung ungünstiger ist, kaum umzusetzen ist. Die stundenweise Einstellung einer Küchenkraft wäre auch dem  Engerhafer Kindergartenteam eine große, willkommene Hilfe, weil die Zubereitung der Speisen eben eine Menge hauswirtschaftlicher Arbeiten beinhalten und nach sich ziehen. Zudem  würde eine Küchenhilfe den Erziehern die Umsetzung weiterer wichtiger Projekte erleichtern.

 

Am Wichtigsten erscheint dem Team jedoch die eigene innere Haltung. Nur ein Team, das geschlossen hinter dieser Idee steht, kann auf Dauer gesehen sowohl bei sich selbst als auch bei Kindern und Eltern einen kleinen Umdenkungsprozess in Gang setzen, der letzten Endes allen Beteiligten, jedoch am meisten den Kindern zu Gute kommt!!

 

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